Selbstdarstellung in den schönsten Farben – Reizwort

Selbstdarstellung in den schönsten Farben

Go-Gulf_Media-Shares-contentBilder sind die meist geteilten Inhalte in Sozialen Netzwerken. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Untersuchung der SEO-Agentur Go-Gulf aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die die internationalen Gewohnheiten von Netzwerkern untersucht und dazu eine umfangreiche Infografik erstellt hat.

Darin werden die Gewohnheiten der Nutzer aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht und Netzwerk, aber auch nach den dabei verwendeten Geräten (PC, Smartphone oder Tablet). Dies teilt die Seite tn3.de mit. Untersucht wurden jedoch nur die drei Spitzenreiter Facebook, Google+ und Twitter. Demnach werden am häufigsten Fotos geteilt (43 Prozent), mit deutlichem Abstand gefolgt von Meinungen, Status-Updates und Links zu Artikeln (jeweils 26 Prozent).

Go-Gulf_Media-Shares-reasonsInteressant dabei ist – einem weiteren Artikel bei tn3 zufolge – dass Share-Zahlen in keinem Zusammenhang dazu stehen, ob ein geteilter Artikel tatsächlich gelesen wurde. Dies geht aus Studien von Chartbeat und 33Across hervor. Demnach würden viele Links geteilt, ohne dass der (Mit-)Teilende die Inhalte tatsächlich gelesen oder angeschaut hat.

Bei den Aktivitäten in Sozialen Netzwerken geht es vielmehr um die persönliche Imagepflege. Wer aufmunternde oder witzige Inhalte teilt, kultiviert damit seine Online-Persönlichkeit als gut gelaunter Zeitgenosse. Vor allem deshalb würden – weiteren dort zitierten Studien zu viralen Inhalten zufolge – am ehesten lustige Inhalte und andere, die emotionale Reaktionen hervorrufen, mit Freunden und Bekannten geteilt, aus der (zum Teil unbewussten) Erkenntnis heraus, dass gute Laune wie im echten Leben auch im Netz ansteckend ist.

Go-Gulf_Media-Shares-topicsAn fünfter Stelle des geteilten Contents liegen persönliche Empfehlungen von 25 Prozent der Nutzer. Im Zusammenhang damit steht einer der Gründe, der auf die Frage genannt wurde, warum die Inhalte geteilt würden: Immerhin 49 Prozent der Befragten teilen Informationen zu Produkten, die sie mögen, in der Hoffnung andere von ihrer Ansicht zu überzeugen. Eine interessante Erkenntnis für Marketing-Experten. Andere Gründe wurden jedoch noch weit häufiger genannt, so die Absichten

  1.  eine gute Sache, von der sie überzeugt sind, zu unterstützen (84 Prozent),
  2. die Verbindung zu anderen virtuellen Freunden zu halten (78 Prozent), bzw. in Verbindung mit weiteren Gleichgesinnten zu kommen (73 Prozent),
  3. um sich stärker mit der Welt verbunden zu fühlen bzw. um sich anderen Menschen gegenüber treffender darzustellen (69 bzw. 68 Prozent, vgl. o.g. Gründe des Teilens).

Insofern sind wir mit den Eintragungen zu unserem Leben (siehe die dritte Grafik) und   allen Empfehlungen doch nur Schönfärber unserer Selbst und geraten – im Sog der Algorithmen der Sozialen Netzwerke – in eine Blase der eigenen Interessen. Dies steht deutlich im Gegensatz zum früheren Verhalten der Bildungsbürger bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, die mit ihrer Tageszeitung am Morgen durch sämtliche Themenbereiche flaniert sind und sich überraschen ließen, was den alles in der Welt passiert ist – weitgehend unabhängig von ihren eigenen Interessen.

13. August 2014 von JoergBenner
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